Meine UL-Geheimwaffen! Wann ich zur Magic Made greife – und wann zur Gummi Made

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Hand aufs Herz: Wir alle kennen diese Tage am Wasser, wo die Fische einfach nicht wollen. Spoons und klassische Gummiköder sind durch, die Forellen haben alles gesehen. Vielleicht sollte ich Wobbler probieren? Vielleicht. Aber mit Wobblern bin ich bisher nicht so warm geworden. Seit einiger Zeit hab ich da etwas für mich entdeckt. Ich habe mir die Magic Made und die Gummi Made genauer angeschaut, zwei Köder, die oft als Geheimtipp für passive oder vorsichtige Forellen gehandelt werden. Hier meine Erfahrungen aus der Praxis, wie sie sich am Wasser verhalten und wann ich welche einsetze.

Sebastian im Test: Wird die Gummi Made Fisch bringen?
Köder-Check: Magic Made vs. Gummi Made – Der feine Unterschied

Der Teufel steckt im Detail. Die minimalen Unterschiede in Gewicht und Material entscheiden, ob der Köder an diesem Tag fängt oder nicht.

Köder-TypWichtige FaktenSinkverhaltenEinsatzgebiet
Magic Made4,5mm Tungsten (Slotted) 8er VMC Jig-Haken / 1g (Dubbing-Körper)
In dem Köder befindet sich zusätzlich ein Bleigewicht das mit Garn fixiert ist.
Schnell sinkendWenn die Fische „leicht“ aktiver sind und auf Speed reagieren.
Techno Made4,5mm Perle Tungsten (Slotted) Glitzernd (Optik) 6er VMC Jig-Haken / 0,9gModerat sinkend
minimal geringer als Magic Made
Für die aktiven Fische. Starker Glitzereffekt.
Gummi Made4mm Tungsten (Slotted) 8er VMC Jig-Haken / 0,8g. Material ist Gummi (Chenille). In dem Köder befindet sich zusätzlich ein Bleigewicht das mit Garn fixiert ist.Langsam sinkend
Extrem langsam sinkend (ohne Perle)
Für wirklich passive Fische, die Zeit brauchen oder hoch stehen.
Gewicht: Alle Köder saugen sich mit Wasser ein wenig voll. Dadurch werden sie minimal schwerer.
Magic Made: Der aggressive Tänzer

Für mich ist die Magic Made die erste Wahl, wenn ich merke, dass die Forellen zwar passiv sind, aber auf einen frequenten Reiz anspringen.

  • Die 4,5mm Tungsten-Perle katapultiert den 1g schweren Köder echt weit – für so ein Leichtgewicht top. Der Körper ist aus Dubbing. Das Material wird mit Fäden eingedreht und somit auf dem Haken fixiert.
  • So führe ich sie: Kleine, konstante „Twitches“. Dadurch bewegt sich der Köder permanent auf und ab. Kein starres Einholen sondern gut Aktion machen.
  • Der Beiß-Moment: Achtet auf das Aufkommen des Köders auf die Wasseroberfläche! Ich habe häufig, dass die Forelle sofort attackiert, nachdem der Köder auf die Oberfläche geknallt ist. Ansonsten kommt der Biss fast immer in der schnellen Absinkphase in den ersten Sekunden. Man kann die Magic Made auch über Grund Twitchen, hat mir schon den ein oder anderen Saibling gebracht. Da war ich selbst erstaunt.
  • Farben-Praxis: Ich fische meine gedeckten Farben (Braun, Rotbraun) im klaren Wasser und die Schockfarben, wenn es trüber wird. Simpel, aber effektiv.

Ein Praxistipp von Chris Klatt: Der taucht die Made vor dem ersten Wurf immer in Wasser ein um das Wurfverhalten zu verbessern und auch mehr Reichweite zu erzielen.

Gummi Made: Das Zeitlupen-Talent

Wenn die Magic Made zu schnell ist oder die Fische direkt unter der Oberfläche stehen, kommt die Gummi Made. Der Körper wird vollständig aus einzelnen, kleingeschnittenen Gummifäden hergestellt. Diese werden in einen Faden eingedreht. Beim Twitchen der Gummimade bewegen sich die Gummifäden pulsierend vor und zurück, wodurch ein kiemenartiger oder atmender visueller Effekt entsteht. Die kleinere 4mm Perle lassen diesen Köder extrem langsam sinken – fast schon schweben.

  • So führe ich sie: Super feine Twitches, um sie „tanzen“ zu lassen, aber entscheidend sind die kurzen Stopps. Die Forellen stehen auf diese langsame Absinkphase.
  • Angeln auf Sicht: Perfekt, wenn ihr die Fische seht. Durch die langsame Führung und das langsame Sinken ist das die beste Wahl für das Angeln auf Sicht und für die Laichsaison im Oktober und November und auch in den Sommermonaten bei großer Hitze, wo die Fische oft zögerlicher sind.
  • Farben-Praxis: Auch hier die Faustregel: Schockfarben für trübes, Gedeckte Farben für klares Wasser.

Meine Entscheidung: Magic oder Gummi?

Wie entscheide ich das am Wasser? Da habe ich über die Zeit ein Gefühl entwickelt:

  1. Spoon/klassische Gummis laufen nicht mehr? → Zeit für die Magic Made.
  2. Sind die Forellen noch etwas reaktionsfreudig und ich brauche Weite/Tiefe? → Magic Made.
  3. Sind die Forellen extrem passiv, brauchen viel Zeit oder stehen hoch? → Gummi Made.

Diese Köder sehen ähnlich aus wie die klassischen Kunstfliegen aus dem Fliegenfischen verhalten sich jedoch ganz anders. Die Führung ist ähnlich (Twitches), aber der Lauf ist anders. Die Fliegen sind starrer. Die Madenköder – besonders die Gummi Made durch das Chenille – haben eine weichere, lebendigere Aktion beim Absinken.

Techno Made

Anfang Dezember ist ein neuer Köder auf den Markt gekommen: die Techno Made. Das Gewicht dieser Neuheit liegt exakt in der Mitte der beiden ausführlich beschriebenen Varianten also bei 0.9g. Die sonstigen Eigenschaften sind nahezu identisch mit der Magic Made.

Meine ideale Ausrüstung

Bei so leichten Ködern und feinen Bissen ist die Ausrüstung keine Option, sondern Pflicht.

  • Rute: Solid Tip ist Pflicht!
    • Warum? Die weiche, eingespleißte Spitze (Solid Tip) ist Gold wert. Erstens bringt sie euch die entscheidenden paar Meter Wurfweite. Zweitens: Die Bissanzeige ist unschlagbar, da man selbst das kleinste Zupfen sieht.
    • Wurfgewicht: Achtet auf wirklich feine Ruten, meine liegt zwischen 0,4–4g
  • Schnur/Vorfach:
    • Ich fische geflochtene Schnüre mit 0,2–0,4 PE.
    • Als Vorfach verwende ich Fluorocarbon, idealerweise 0,16mm–0,18mm
Persönliche Farb-Tipps
  • Magic Made: Klassisch Braun, Rotbraun und die neue Gelb/Grün (wenn sie draußen ist).
  • Gummi Made (8er Haken): Habe ich das komplette Starterset, da die Fische an passiven Tagen oft sehr wählerisch sind.
Individuelle Maden-Varianten

Bei Gogo kannst du nicht nur aus den Standardködern wählen, sondern dir auch eigene Varianten ganz nach deinen Vorstellungen zusammenstellen lassen.

Wie wäre es zum Beispiel mit einer Magic Made mit einem leichteren Tungsten-Gewicht – perfekt abgestimmt auf dein bevorzugtes Köderverhalten und deine Angeltechnik?

Rubrik „Gut zu wissen“

Was ist Dubbing beim Fliegenbinden?

Dubbing ist ein fundamentales Bindematerial in der Kunstfliegenfertigung. Es besteht aus feinen, kurzen Fasern (wenige Millimeter bis Zentimeter lang), die entweder natürlichen Ursprungs (z. B. Tierhaare wie Kaninchenfell) oder synthetisch sein können. Die Hauptfunktion des Dubbings ist es, den Körper und den Thorax von künstlichen Fliegen – wie Nymphen, Trockenfliegen und Streamern – zu formen und ihm die nötige Textur zu verleihen. Beim Binden wird das Material um den Bindefaden gewickelt („gedubbt“) und anschließend auf den Hakenschenkel aufgetragen, um einen realistischen Insektenkörper zu imitieren.

Persönliches Fazit

Die Fliegen von Gogo – ob Magic Made oder Gummimade – sind eine spannende Alternative, wenn Forellen wenig oder gar nicht mehr reagieren. Die Magic Made überzeugt mit Wurfweite und Aktivität, während die Gummimade mit ihrer langsam sinkenden Aktion selbst lethargische Fische zum Anbiss bringt.

Ich fische aktuell:

  • Magic Made: Braun, Rotbraun und Gelb-Grün
  • Gummimade 8er: komplettes Starterset
  • Ohne Tungsten: Rosa & Rotbraun (Sonderanfertigung – verfügbar auf Nachfrage)

Und ja – ich sehe noch Entwicklungspotenzial: Mehr Hakengrößen, vielleicht variable Tungsten-Optionen. Aber schon jetzt sind die Maden ein echtes Highlight für mich und haben einen festen Platz mit meiner Angelweste bekommen.

Tight Lines

Eurer

Sebastian Klemm

Podcast

(deutsch)

Dieser Artikel kann auch auf Spotify und weiteren Plattformen angehört werden.


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